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Spekulieren wir über die Regie von „Venom 2“


Mit einem Einspiel von 850 Mio. Dollar weltweit an den Kinokassen war „Venom“ 2018 erfolgreicher, als selbst die kühnsten Optimisten zu träumen gewagt hätten. Was wurde nicht im Vorfeld geunkt und gelästert, wie man auf die Idee kommen könnte, einen Venom-Film ohne Spidey zu drehen. Ob Sony nichts aus den gescheiterten Sinister Six Versuchen der „Amazing Spider-Man“ Reihe gelernt habe. Und überhaupt: was kann Sony überhaupt ohne Marvel? Offenbar eine ganze Menge oder zumindest genug, um zahlreiche Fans anzulocken und eine Fortsetzung zu garantieren.

Ohne Ruben Fleischer, der „Zombieland“ Regisseur, der für Teil 1 verantwortlich war, soll „Venom 2“ ca. im Herbst 2020 in die Kinos kommen, erneut mit Tom Hardy in der Hauptrolle und nach einem Script von Kelly Marcel, die bereits eine der drei Autoren des ersten Teils war.
Was fehlt? Ein Regisseur. Und nun werfen diverse Quellen diverse Namen in den Ring. Dieses Spiel mit potentiellen Namen, egal ob für die Regie oder eine Hauptrolle, ist selten wirklich konkret und oftmals Teil des internen Marketings, in welchem Agenten ihre Schützlinge ins Spiel bringen.

Auf drei Namen hat sich die Regie-Suche bei Sony augenscheinlich fokussiert. Spekulieren wir also mal, was dabei herauskommen könnte (!), wenn Andy Serkis, Travis Knight oder Rupert Wyatt das Venom-Steuerrad übernehmen:

(C) 20th Century Fox, Disney

(C) 20th Century Fox, Disney

Rupert Wyatt:
Wyatt ist hauptsächlich mit „Prevolution“, dem ersten Film der neuen „Planet der Affen“ Reihe, bekannt geworden. Doch ähnlich wie Doug Liman bei den „Bourne“ Filme, wird der eigentliche Erfolg des Franchises eher dem Regisseur der Teile 2 und 3 angerechnet; dort Paul Greengrass, bei den Affen Matt Reeves (Regisseur des nächsten Batman Films). Die Ähnlichkeiten zwischen „Prevolution“ und „Venom“ sind eigentlich so offensichtlich, dass es schon fast langweilig ist. Eine lose Sci-Fi Action- bzw. Kriegssituation mit einem nicht unerheblichen charakterlichen/dramatischen Hintergrund, bei dem eine CGI und Motion-Capture Figur ganz zentral im Fokus steht. Damit deckt Wyatt rein technisch ein ordentliches Spektrum ab, um auch „Venom 2“ zu meistern. Nur eine Facette fehlt: der Humor. Natürlich ist Komik nicht zuletzt auch eine Sache des Scripts und kam im ersten Teil stark von und über Hauptdarsteller Tom Hardy, der Regisseur Ruben Fleischer regelmäßig zur Verzweiflung getrieben haben soll. Doch Wyatts andere Filme, wie das Krimidrama „The Gambler“ mit Mark Wahlberg und der Sci-Fi Actioner „Captive State“ (den gefühlt niemand gesehen hat) scheinen trockene und ernsthafte Angelegenheiten.
Die Frage ist nun: kann sich Wyatt dem seltsam-kuriosen Ton des Erstlings bzw. seines Hauptdarstellers anpassen und unterordnen oder wird er versuchen, die Sache zu erden, sie dramatischer und ernsthafter zu machen, insbesondere dann, wenn alle Welt Kult-Bösewicht Carnage erwartet?

(C) Paramount Pictures, Hasbro

(C) Paramount Pictures, Hasbro

Travis Knight:
Travis Knight war (oder ist?) einer der leitenden Animateure beim Studio Laika („Coraline“, „Para-Norman“), wo er den großartigen „Kubo: der tapfere Samurai“ selbst inszenierte. Letztes Jahr wechselte er zum Realfilm und übernahm den Transformers Spin-Off (oder Reboot?) „Bumblebee“, der zwar nicht übermäßig erfolgreich an der Kinokasse war, aber einen erfrischend neuen und angenehm positiven Neuanstrich für einen zuvor leblosen Super-Franchise darstellte. Knight kommt aus dem Animationsbereich und dort, unterstützt von offenbar tollen Designern und Künstlern, kann er seine Stärken ausspielen. Das dunkle Grau-in-Grau des ersten „Venom“ Films dürfte es unter Knight nicht erneut geben. Sollten sie wirklich Carnage und ggfs. weitere Symbionten aus den Untiefen des Alls ins Spiel bringen, dürften mehr Farben im Spiel sein, sauberere Formen und eine übersichtlichere Kamera.
Doch noch etwas fällt auf bei Travis Knight: seine zwei Regiearbeiten sind bisher beides Familienfilme. Regisseure sind vielseitig, das muss also nichts heißen, doch schon „Venom“ peilte zunächst ein amerikanisches R-Rating an, warb sogar im Vorfeld damit und wurde dann doch auf die finanziell lukrativere PG-13 Altersfreigabe angepasst. Trotz Fan-Kritik an diesem Vorgang hat sich das unterm Strich gelohnt und bezahlt gemacht. Der Verdacht liegt also nahe, an diesem Vorgehen festzuhalten, selbst wenn Carnage mitmischt. Denn warum sollte man einen Travis Knight engagieren, wenn man plötzlich doch eine höhere Freigabe anpeilt? Knights Vorteil? Er stattete „Bumblebee“ mit einer starken und glaubwürdigen Portion Herz und Mitgefühl aus. Die bemühte, aber nie wirklich überzeugende Charakter- und Dramenkomponente bei „Venom“, sowohl in Tom Hardys romantischer Beziehung und in seinem inneren Konflikt mit der Identität Venom, dürften unter Knights Regie stärker und besser herausgearbeitet werden. Sein Nachteil? Es dürfte zu bezweifeln sein, dass die menschliche und emotionale Komponente sonderlich mehr Raum erhalten könnte als in Teil 1.

(C) Warner Bros.

(C) Warner Bros.

Andy Serkis:
Als Darsteller kennen wir Andy Serkis alle. Er war Gollum, King Kong, Caesar und Balu im Netflix „Mogli“ Film. Letzteren inszenierte er selbst als Regisseur. 2017 drehte Serkis das romantische Drama „Solange ich atme“ als Regiedebüt, doch das Hauptaugenmerk seiner Regietätigkeit und seiner Produktionsfirma The Imaginarium scheint mit dem verknüpft, wodurch die Welt den Briten kennen und lieben lernte: Computereffekte und Motion-Capture. Eigentlich plante Serkis eine neue Adaption des George Orwell Klassikers „Farm der Tiere“, im CGI/Mo-Cap Stil von „Mogli“. Doch nachdem es vor gut einem Jahr hieß, Netflix habe sich dem Projekt angenommen, scheint es nun vorerst auf Eis gelegt. Das heißt auch, dass Serkis zur Verfügung steht – sollte er zwischen seinen Aufgaben als Darsteller Zeit genug haben.
Bei aller Sympathie ist Serkis, der Regisseur, bisher „nur“ eins: ein Techniker. Seine Vorlieben als Geschichtenerzähler sind nach zweieinhalb sehr unterschiedlichen Regiearbeiten kaum wirklich einzuschätzen. Er scheint kein harter Action-Knochen der Marke Michael Bay oder Peter Berg zu sein, hat aber auch nicht den Comedy Hintergrund, wie ihn Ruben Fleischer hatte. Lässt sein Interesse an „Farm der Tiere“ auf eine politische Motivation schließen? Alles unwahrscheinlich oder zumindest schwer abschätzbar. „Venom“ könnte ein weiterer Film sein, um Serkis‘ Regie-Stimme zu formen bzw. kennen zu lernen. Aber lässt Sony ein solches Spiel zu oder geben sie Serkis vielleicht eher die Stimme für diesen Film vor?

Was heißt das nun?
Das ist es dann auch, was diese drei Regisseure vereint, was sie gemeinsam haben. Sie alle sind erfahren und versiert im technischen Umgang mit Computereffekten, Motion-Capture und dergleichen. Sollte Sony diese drei Namen selbst herausgepickt und wirklich in der engeren Auswahl haben, sagt uns das vielleicht in erster Linie, was das Studio vorhat bzw. beabsichtigt. Man könnte optimistisch sein und vermuten, Sony sei so überzeugt vom Drehbuch und von der On-Set Kreativität eines Tom Hardy, dass man „nur“ einen Regisseur braucht, der die Flut aus Action und Effekten zu bewältigen weiß und in Sachen Emotionen vielleicht kein totaler Holzklotz ist. Der Pessimist erwartet hingegen „mehr vom Gleichen“, erwartet Spektakel und Effekte, bei dem selbst ein Travis Knight seine familiäre Herzlichkeit hinten anstellen muss.

Die Frage ist dann aber auch, ob das nicht reichen kann. Braucht ein „Venom“ Film wirklich einen Visionär, einen kreativen Querkopf, um zu funktionieren? Will die Hauptzielgruppe nicht in erster Linie gut getrickste und irgendwie unterhaltsame Action mit der kultigen Kreatur, einem bisher noch nie gesehenen Carnage und einem schrulligen Tom Hardy dazwischen? Und haben diese drei Regisseure nicht allesamt bewiesen, dass sie überdurchschnittliche Handwerker und Geschichtenerzähler sind? Was denkt ihr?

Q: Variety.com

Ein echter Ostwestfale. Gebürtig aus einer kleinen Doppelstadt, die niemand kennt, studierte Literatur in einer Stadt, die es angeblich nicht gibt (B...
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